Künstlerischer Werdegang 

Annelie Büchner ist freischaffende Bühnenbildnerin für Oper, Schauspiel und Film. 
Als gelernte Dekorationsmalerin studierte sie Bühnenbild an der Ostberliner Kunsthochschule Weißensee. In ihren Anfängen als Bühnenbildnerin waren die Begegnung mit dem Opernregisseur Werner Schroeter und Theaterregisseur Dimitr Gotscheff von nachhaltiger Wichtigkeit. 1994 debütierte sie in Düsseldorf mit der Arbeit für die Uraufführung von Sobols „Schöner Toni“ unter der Regie von Bruno Klimek. Es folgten weitere Inszenierungen, u. a. am Schauspielhaus Düsseldorf, Staatstheater Schwerin, Landesbühne Wilhelmshaven. In den letzten Jahren widmete sie sich auch der Filmarchitektur und stattete u. a. den mit diversen Filmpreisen ausgezeichneten Kinofilm „Die Vogelpredigt oder das Schreien der Mönche“ des Schweizer Filmemachers Clemens Klopfenstein aus. 
1999 arbeitete sie erstmals mit Gustav Kuhn und Jörg Neumann zusammen bei den Tiroler Festspielen für das Bühnenbild „Siegfried“. Im Jahr 2000 folgte dann die Ausstattung für die Theateraufführung „Der Tod des Nazareners“ mit den Erler Passionsspielern. 


Bühnenbildkonzept

Das Bühnenbildkonzept der Erler Passion 2008 ist ein Lichtkonzept. 
Licht ist geschichtlich betrachtet Träger symbolischer Inhalte, welche vor allem aus dem biblischen Kontext allgemein bekannt sind. Licht ist aber auch materielle Eigenschaft einer materiellen Substanz, also ein Abglanz greifbarer Natur. 
Diese beiden Grundeigenschaften respektierend, ist es meine Intention, das traditionell konkret dargestellte Erler Passionsspiel mit Hilfe von Lichtgestaltung in Räume zu versetzen, welche nicht nur die Sehgewohnheiten der Aufführungen der letzten Jahrzehnte brechen, sondern auch dem Spiel eine angemessene sinnliche Atmosphäre verleihen und ihm helfen, im Einklang mit neuen Texten, Musik und Kostümen sich auch bildnerisch zeitgemäß neu darzustellen. 
Bei dieser Lichtarbeit halte ich an meinen bisherigen künstlerischen Ausdrucksformen fest: Schlichtheit und Strenge im Raum, hoher Sinn für Farbe, Komposition und Proportion. Hierbei gilt es, der Phantasie des Zuschauers größtmöglichen Spielraum für eigene Bilder und Gedanken zu ermöglichen, und „Die Summe aller Scheinwerfer darf nie größer sein als das Licht, welches von den Herzen der Akteure ausstrahlt“ (Jean Cocteau).