Statement Dezember 2012
Die Jubiläumspassion 2013, so sind sich alle Mitwirkenden einig, sollte der rechte Moment sein, eine tiefgreifende inszenatorische Veränderung nicht nur durch einen neuen modernen Text oder Musik, sondern auch in der Regie und im Bühnenbild zuzulassen. Ich schätze mich sehr glücklich, dass mir nach meiner Mitarbeit an der Passion 2008 abermals das Vertrauen entgegengebracht wurde und ich das Bühnenbild für dieses besondere Ereignis entwerfen durfte.

Im neuen künstlerischen Team haben wir ein durchaus mutiges und unkonventionelles Konzept mit neuen Erzählweisen entstehen lassen und ich freue mich, dass unsere Sichtweise und auch das grundlegend neue Bühnenbild so freudig und begeistert von den Organisatoren und Mitspielern aufgenommen und geteilt wurde.

Seit 1959 bestimmte das Bühnenbild von Lois Egg die Passionsspiele, eine hölzerne abgestufte Podesterie mit Eselsrampe, eingerahmt vom holzvertäfelten Rundhorizont. Im Jahr 2013 wird eine den gesamten Bühnenraum erfassende Bodenschräge von einem weißen Felsen durchbrochen und bietet eine abstrakte karge Wüstenlandschaft als Einheitsraum für die neue Passion. Der Felsen, mit seiner symbolischen Kraft, wird in allen Bildern präsent sein.  Mit dieser neuen Grundbühne ist ein Ort geschaffen, der sich mittels weniger Versatzstücke, Licht und Projektionen in eine Innen- oder Außenwelt verändern lässt. Die Szenenbilder werden zweifellos erst durch die Spieler, Lichtstimmungen und Kostüme lebendig. Gemeinsam versuchen wir, die Zuschauer in Bildwelten zu entführen, welche die jahrhunderte alte Passionsgeschichte einbetten, gleichzeitig aber ins Hier und Heute einladen werden.

Lebenslauf
Annelie Büchner begann nach dem Bühnenbildstudium an der KHS Berlin ihre künstlerische Tätigkeit als Bühnen- und Kostümassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo sie 1994 mit der Ausstattung für die Uraufführung Joshua Sobols „Schöner Toni“ debütierte. Dort arbeitete sie u.a. mit Regisseuren wie Werner Schroeter und Dimiter Gotscheff zusammen.

Seit 1996 ist sie als freischaffende Bühnenbildnerin tätig.

Sie gestaltete Bühnenbilder für Opern u.a. „Idomeneo“ und „Orpheus in der Unterwelt“ (Staatstheater Schwerin) oder für das Theater, u.a. „Die Schattenlinie“ (Düsseldorfer Schauspielhaus), „Woyzeck“ (Landesbühne Niedersachsen) oder „Kabale und Liebe“ (Theater Brandenburg).

Mit den Erlern verbindet sie bereits eine lange Geschichte.1999 arbeitete sie erstmals für die Tiroler Festspiele mit am Bühnenbild für „Siegfried“ (Regie Gustav Kuhn). Daraus ergab sich die Zusammenarbeit mit dem Passionsspielverein Erl. 2000 folgte die Ausstattung für „Der Nazarener“ und 2008 entwarf sie das Bühnenbild für die Passionsspiele.