1613  –  Ältester Spieltext eines Osterspieles von Sebastian Wild aus Augsburg.

1912 – Ein neues Passionsspielhaus
Nachdem die Passionsspiele im „Unterdachraum“ beim Postwirt, später in einer Brauerei, sowie ab 1858 in einem kleinen Spielhaus mit ca. 600 Zuschauerplätzen aufgeführt wurden, konnte 1912 erstmals im neuen, 1500 Zuschauer fassenden Passionsspielhaus, das um 160 000 Kronen errichtet wurde, gespielt werden. Standort: Ortsteil „Weidau“.

1922 – Spiele nach dem 1. Weltkrieg
Der 1. Weltkrieg hatte nicht nur politisch, sondern auch geistig einen gewaltigen Umbruch zur Folge.

Mit großen Mühen wurde das Spielhaus wieder hergerichtet. Die Kosten für die Reparaturen, für Garderobe, Textbücher, Noten , Instrumente und Plakate stiegen ins Unermessliche. Selbst der Rekordbesuch von 70 000 Zuschauern bei 32 Aufführungen ließ angesichts der raschen Geldentwertung die Aussicht auf eine gesicherte Zukunft der Passion schwinden.

1926 – 1929  Zwischenspiele
Zwischen den Passionsspielen haben auch sogenannte Zwischenspiele in Erl eine lange Tradition.

1926: Das Franziskusspiel
1927: Das Erler Andreas-Hofer-Spiel
1928, 1929: Das Marienspiel

1932 / 1933
1932 ging man erneut ans Werk und hatte mit 39 Aufführungen einen zufriedenstellenden Erfolg, den man im nächsten Jahr fortzusetzen hoffte.

Aber im Jahre 1933 vollzog sich im Deutschen Reich, woher die meisten Zuschauer kamen, eine politische Wende. Die Nationalsozialisten kamen an die Macht. Es wurde den Deutschen durch die „Tausend-Mark-Sperre“ erschwert, ins Ausland, also auch nach Erl, zu reisen.

In der dritten Aufführung der Passion 1933 herrschte dann auch im Zuschauerraum gähnende Leere.

Nur ein paar wenige Besucher hatten sich eingefunden. Man beschloss, das Spieljahr zu unterbrechen und es vielleicht im Herbst fortzusetzen. Doch dazu sollte es nicht kommen. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 1933 vernichtete eine Feuersbrunst das Spielhaus und mit ihm alles, was für die Aufführung erforderlich war.Brandstifter waren am Werk gewesen.

Der Druck der politischen Verhältnisse nahm zu. 1938 wurde Österreich ein Teil des Großdeutschen Reichs, und der nationalsozialistische Gauleiter Hofer beschied dem Erler Ortspfarrer kurz und bündig: die Passionsspiele gibt es nicht mehr, solange es die Nationalsozialisten gibt.

Im September 1938 musste der Erler Passionsspielverein Konkurs anmelden.

1946 – Erneuerung des Passionsspielvereins
Im Jahr 1946 wurde der Passionsspielverein wieder gegründet und man machte sich sogleich an die Pläne für den Wiederaufbau des Spielhauses. Aber erst 1957 konnte nach langen Verhandlungen mit dem Neubau begonnen werden. Der Plan  dafür stammte vom Architekten Robert Schuler.

1959 – Das erste Spieljahr nach dem 2. Weltkrieg
Eröffnet wurde das „neue“ Passionsspielhaus am 14. Juni 1959. Aufgeführt wurde das Passionsspiel unter der Regie von Herrn Ernst Auer mit einer Textüberarbeitung der Dichterin Maria Luise Mumelter (Textvorlage von Pfarrhelfer Franz Angerer aus dem Jahr 1868) und mit der Musik von Prof. Johannes Hafner.

Seither wurden die Passionsspiele in Erl 1959, 1960, 1961, 1963, 1968, 1973, 1979, 1985, 1991, 1997, 2002 und 2008 aufgeführt.

Zwischenspiele – Die Tradition wurde fortgesetzt

1970: Christi Urständ
1988: Der Verlorene Sohn
1994: Das Erler Faustspiel
2000 und 2001: Der Tod des Nazareners
2010 und 2011: Totentanz

2008 – Passionsspiele Erl, 12. Spielsaison Passionsspielhaus.
Im Jahr 2008 präsentierte sich die Erler Passion seinem Publikum in einem neuen Erscheinungsbild.
Text, Musik, Bühnenbild und Kostüme wurden neu gestaltet. Siehe: Passionsspiele 2008

2013 Jubiläumsjahr
Erl feiert 400 Jahre Erler Passionsspiele, mit neuem Text von Felix Mitterer und in der Regie von Markus Plattner.